Fallbeispiel Kniespiegelung (Kniegelenksarthroskopie)

Die Kniegelenksspiegelung ist eine etablierte Operationstechnik zur Diagnostik und Behandlung von Kniegelenkserkrankungen und Verletzungen.

Der Vorteil der Kniegelenkspiegelung liegt darin, dass man mit 2-3 kleinen Schnitten das Gelenk schonend untersuchen und operieren kann. Operative Maßnahmen, wie z.B. die Teilentfernung eines gerissenen Meniskus sind damit leichter und schonender möglich wie mit offenen Verfahren. Die Entfernung eines Meniskusrisses über eine offene Technik wird heutzutage praktisch nicht mehr durchgeführt.

Auch größere Eingriffe wie eine Plastik des vorderen oder hinteren Kreuzbandes werden in der Regel arthroskopisch operiert. Das Kniegelenk erholt sich rascher durch die nur kleinen Schnitte, Komplikationen nehmen ab, die Schmerzen nach der Operation sind deutlich geringer.

Zur Kniespiegelung wird das Bein in Vollnarkose gelagert und abgedeckt. Die Durchblutung des Beines wird für die Dauer der Operation in der Regel durch eine Abbindung am Oberschenkel ausgeschaltet, um optimale Sichtverhältnisse im Knie zu haben.

Auf Höhe der Kniescheibenspitze wird außen neben die Kniesehne ein kleiner Stich von 6-8mm durchgeführt. Über diesen wird dann ein sogenannter Trokar, das ist ein Rohr von 4,5mm Durchmesser, in das Knie eingeführt.. Über dieses Rohr wird Flüssigkeit in das Gelenk eingebracht. Durch den Trokar wird dann das Arthroskop eingebracht, an dessen Ende sich eine Videokamera befindet, die die Bilder auf einen Monitor überträgt.

Die Kniegelenksspiegelung wird in der Regel mit einem standardisiertem Untersuchungsgang begonnen.

Zunächst schaut man sich die obere und die seitlichen Kniegelenkstaschen, die Gelenk- innenhaut und den Knorpel an der Rückfläche der Kniescheibe und an deren Gleitlager an.

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Bild 1: Oben der normale weißlich glänzende Knorpel der Kniescheibenrückfläche, unten gerade erfasst unauffälliger Knorpel des Gleitlagers der Kniescheibe. Im Anschluss daran wird die innere Gelenkkammer inspiziert mit Knorpelbelag und Innenmeniskus.

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Bild 2: Oben der Knorpel des Oberschenkelknorrens, unter des Schienbeinkopfes, im Bildhintergrund der unauffällige Meniskus. Es schließt sich die sogenannte Notch an, das ist der Raum zwischen dem inneren und äußerem Oberschenkelknorren an. In diesem befinden sich das vordere und das hintere Kreuzband.

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Bild 3: In Bildmitte zeigt sich ein unauffälliges vorderes Kreuzband, am rechten Rand „versteckt“ sich das hintere Kreuzband unter seinem Überzug aus Gelenkinnenhaut. 

Abschließend wird die äußere Kammer mit Außenmeniskus und Knorpel am Schienbeinkopf untersucht.

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Bild 4: Oben der unauffällige Knorpel des äußeren Oberschenkelknorrens, in der Mitte links der mittlere Anteil des intakten Außenmeniskus. 

Nach Abschluss des diagnostischen Rundganges werden die festgestellten krankhaften Befunde operativ angegangen. Dabei kann der eingerissene Meniskus genäht oder teilweise entfernt werden, der Knorpel geglättet werden oder durch feine Anbohrungen des freiliegenden Knochens bei Knorpelschäden eine Knorpelneubildung angeregt werden.

Des weiteren können die Haltebänder der Kniescheibe außenseitig arthroskopisch durchtrennt werden, oder eine Kreuzbandplastik erfolgen.

Im folgenden sind einige krankhafte Befunde und deren Behandlung dargestellt.

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Bild 5: Man sieht deutlich einen Lappenriss des Innenmeniskus der mit dem Tasthaken sich ins Gelenk einschlagen lässt. Dieser Meniskuslappen wird mit kleinen Instrumenten entfernt, gesunde Meniskusanteile können im Gelenk verbleiben.

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Bild 6: Ca. 8 Wochen alter Riss des vorderen Kreuzbandes. Unten in der Bildmitte sieht man den aufgerollten Stummel des vorderen Kreuzbandes, darüber der Raum zum äußeren Oberschenkelknorren in der Notch ist leer.

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Bild 7: Schwerer Knorpelschaden an der Kniescheibenrückfläche. Zentral liegt der Knochen frei. Das Gewebe ist zusätzlich mit weißlich glänzenden Partikeln durchsetzt bei gleichzeitiger Gicht.